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Seit rund 3000 Jahren
Rund 3000 Jahre ist Homers Odyssee alt (auf ein paar hundert Jahre mehr oder weniger soll es da nicht ankommen) und man hört ja immer viel über die Zeitlosigkeit und daher Modernität dieses Epos'. Aber dass es so zeitlos zeigenössisch werden könnte, wie zu Beginn des 13.Gesangs, hätte ich jetzt nicht gedacht.
Da sitzen die Anführer der Phäaken beisammen, Odysseus hat gerade die Erzählung seiner Erlebnisse beendet, und der König Alkinoos entscheidet, dass man den schwergeprüften Gast reich beschenkt nach Hause bringen werde:
Zwar liegen in der schönen Truhe bereits Gewänder, reichlich Gold und andere Kleinigkeiten, aber wir schenken Odysseus, und zwar ein jeder von uns, zusätzlich einen großen Kessel mit drei Füßen. Die Kosten, die das verursacht, werden wir einfach durch höhere Besteuerung des Volkes wieder hereinholen.
So funktionierte der Staatshaushalt also schon vor knapp 3000 Jahren. Nun könnte man natürlich einwenden, dass der Übersetzer Christoph Martin sich da ungebührliche Freiheiten herausgenommen habe und die Passage lieber in der klassischen Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt überprüfen. Allein, das ändert nicht viel:
Doch auf, geben wir ihm einen großen Dreifuß und ein Becken, Mann für Mann! Wir aber werden es wieder beitreiben in dem Volk und es uns erstatten lassen.
Und auch die Voss'schen Hexameter lassen da keinen Zweifel, auf wessen Kosten die Regierenden seit rund 3000 Jahren großzügig sein können:
Lasst und noch jeden ein groß dreifüssig Geschirr und ein Becken
Ihm verehren. Wird fordern uns dann vom versammelten Volke
Wieder Ersatz