Der große Mülleimer
Dieses Blog wurde eingestellt. Weiter geht es hier: » » Damaschkes Notizen.
26 September 2005
Einen Jux wollt’ er sich machen
Seit einiger Zeit findet man auf manchen Webseiten grün untertrichene Links. Dabei handelt es sich um eine ebenso penetrante wie dämliche neue Form von Werbung im Internet. Dazu habe ich in der Internet Professionell 10/2005 einen kleine ironische Glosse geschrieben, die ganz erstaunliche Reaktionen hervorief.

Das hier ist die Glosse:
Die grüne Pest
Haben Sie’s schon gemerkt? Es kursiert ein neuer Virus im Internet, der ausschließlich Webseiten angreift. Zum ersten Mal fiel er mir auf einer amerikanischen Bloggerseite auf. Inzwischen hat sich der Virus seinen Weg durchs Netz gebahnt und schlägt immer häufiger zu, auch deutschsprachige Webseiten sind bereits infiziert. Der Befall macht sich durch das plötzliche Auftauchen grün eingefärbter und doppelt unterstrichener Begriffe bemerkbar, weshalb der Virus in Fachkreisen bereits als »grüne Pest« bezeichnet wird. Streng genommen handelt es sich wohl um einen Trojaner, dessen scheinbarer Nutzen darin besteht, ein Anzeigenpopup einzublenden, sobald man mit dem Mauszeiger einem markierten Begriff zu nahe kommt. Doch diese Pseudo-Anzeigen werden offensichtlich genau so willkürlich eingeblendet wie die Begriffe markiert, ein sinnvoller Zusammenhang besteht hier nicht. Bislang scheint die Grüne Pest vor allem kommerzielle News-Sites zu befallen, es ist aber nicht auszuschließen, dass auch private Homepages gefährdet sind. Die Schadensroutine der Grünen Pest sorgt dafür, dass sich der Aufbau einer Webseite stark verlangsamt und ihr Inhalt unlesbar wird. Viren-Experten des Karpaten Lab nennen diesen Effekt kurz GDS (»Green Distortion Syndrome«). Gegen GDS sind die herkömmlichen Antiviren-Tools machtlos, betroffen sind sämtliche Browser. Viren-Experten empfehlen als Notlösung die Deaktivierung von Javascript. Sagen Sie nicht, Sie seien nicht gewarnt worden!

Ich habe zwei, drei Leser-Mails bekommen von Leuten, die den Witz nicht verstanden haben. Je nun. Aber diese hier toppt einfach alles:
Hallo,

ich glaube nicht an den grünen Pest.

google findet nix zum Thema ausser der Website vom Hrn. Damaschke.

goolge findet nicht mal "Karpaten Lab", wo die angebliche Viren-Experten sitzen. Und "Green Distortion Syndrome" ist von google genauso unauffindbar.

[...]

Zum Text- "Streng genommen handelt es sich um einen Trojaner". Darf ich bitten, dass in einer IT-Zeitschrift, dass solche Begriffe *immer* streng genommen werden? Es wäre entweder ein Virus oder ein Trojaner (oder ein Wurm), aber nicht beide (noch alle 3).

Am Anfang des Kommentars kommt "Virus...der...Websites angreift". Weiter unten mutiert er zum Trojaner. Noch weiter unten werden nicht mehr die Websites angegriffen sondern "betroffen sind sämtliche Browser".

Aber es stimmt von vorne bis hinten nicht.
Comments:
Herr Damaschke hat das richtig beobachtet. Auch unsere Website http://www.pcwelt.de ist von der Grünen Pest befallen.
 
Ich weiß natürlich nicht, was PC-Welt-Autoren empfehlen - ich empfehle in diesem Fall Firefox & Adblock Plus. Und schon ist sie weg, die Grüne Pest 8-)
 
Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen



<< Home
»Oh, Sie haben im großen Mülleimer gewühlt?«
Debbie Harry über Recherchen im Internet

ARCHIVES
Februar 2004 / März 2004 / Juli 2004 / August 2004 / März 2005 / April 2005 / Mai 2005 / Juni 2005 / Juli 2005 / August 2005 / September 2005 / Oktober 2005 / November 2005 /


Powered by Blogger